Mythos „Klima-Killer Kuh“
Wie kommt die Kuh zu ihrem schlechten Image?
von Anita Idel
Die Kuh rülpst bei ihrer Verdauung das Klimagas Methan. Deshalb steht sie unter dem Generalverdacht, entscheidend zur Klimakrise beizutragen.
Aber eine angemessene Bewertung von Klima- und Umweltfolgen erfordert, nicht einzelne Gase zu vergleichen, sondern Agrarsysteme in Gänze. Werden hingegen nur Teilaspekte – zum Beispiel nur Methan- und nicht weitere klimarelevante Emissionen – berücksichtigt, schneiden Rinder zwangsläufig schlecht ab. Das gilt insbesondere, wenn zudem nicht zwischen biogenem und fossilem Methan unterschieden wird (vgl. Artikel: Fossiles versus biogenes Methan).
Nicht angemessenes Forschungsdesign ist häufig der Grund, warum Studien mit Rindern zu Ergebnissen führen, die falsche – für Rinder negative – Schlussfolgerungen nahelegen.
Gemessen werden Rinder meistens nicht an dem, was sie besonders gut können: Gras und Raufutter verdauen und Dauergrasland erhalten (Idel 2024-10).
Das führt auch zu ihrem Ruf als „schlechte Futterverwerter“: Sie würden für die Bildung von Fleisch im Vergleich mehr Kalorien und mehr Fläche „verbrauchen“ als Allesfresser wie z.B. Schweine und Hühner (vgl. Abschnitt 1 und 2 und Artikel: Fleischkonsum differenziert).
Das schlechte Image der Rinder entwickelte sich parallel zum schlechten Image des Dauergraslandes (DG). Für DG besteht im Vergleich zum Ackerbau ein gravierendes Missverhältnis durch mangelnde und häufig einseitige Berücksichtigung in der Forschung, der Ausbildung und der Förderung.
Werden Kühe überwiegend mit Kraftfutter gefüttert, schneiden sie im Vergleich als schlechte Futterverwerter ab.
Mythos „schlechte Futterverwerter“ – statt geniale Grasverwerter?
Seit den 1970er Jahren zielt die züchterische Selektion bei allen landwirtschaftlich genutzten Tierarten auf Hochleistung. Beim Rind bedeutet dies je nach Rasse: viel Milch oder viel Fleisch – und das in möglichst kurzer Zeit. Obwohl sie geniale Grasverwerter sind, wurde schon damals an Universitäten gelehrt, Rinder seien „schlechte Futterverwerter“ (de Vries and de Broer 2010). Das beruhte damals wie heute auf einem Studiendesign mit Kraftfutter, das zwangsläufig zu dieser irreführenden Schlussfolgerung führt (von Witzke and Noleppa 2011).
Denn mit Futter von energieintensivem Ackerbau werden Rinder auf Kosten von Futter von der Weide zu Nahrungskonkurrenten des Menschen gemacht. Für die Berechnungen wird überwiegend die Feed Conversion Ratio (FCR) genutzt: Das Futterverwertungsverhältnis ist die Menge an Futter, die benötigt wird, um eine Einheit Gewichtszunahme oder Proteinausbeute zu erzielen.
Einen wissenschaftlich differenzierenden Zugang ermöglicht der Indikator Proteinkonvertierungseffizienz (Jürgens et al. 2023;) (vgl. Artikel: Proteinkonvertierungseffizienz).
Die Schlussfolgerung, Rinder seien im Vergleich zu Huhn und Schwein „ineffizient“ (MacLeod et al. 2013), ist letztlich unwissenschaftlich. Denn, dass die Verdauungstrakte von Alles-Fressern kalorienreiche Lebensmittel bzw. konzentriertes Futter wesentlich besser verwerten können als die Verdauungssysteme von Wiederkäuern und anderen Grasfressern, ist bekannt, bevor die Studien beginnen.
Landwirtschaft verursacht nicht nur Emissionen. Insbesondere bei nachhaltiger Beweidung haben die mineralischen Böden von Dauergrasland das Potenzial, zusätzlich CO2 zu speichern
Mythos „großer Flächenrucksack“ – Warum der ökologische Flächenabdruck hinkt.
Dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks / Rucksacks liegt der industrielle Verbrauch von Ressourcen zugrunde. Somit drückt er allein negative Effekte aus, um Industrien bezüglich ihrer Umwelt- und Klimaeffekte vergleichbar zu machen. Folglich
- werden beim Klima nur Emissionen berechnet, ohne das natürliche Potenzial mineralischer Böden, Kohlenstoff zu speichern, zu berücksichtigen;
- wird die Nutzung von Land mit dessen Verbrauch gleichgesetzt, ohne die multifunktionalen Leistungen z.B. für Biodiversität, Wasserspeichervermögen oder Klimaschutz mit zu berücksichtigen.
Landwirtschaft verursacht nicht nur Emissionen. Insbesondere bei nachhaltiger Beweidung haben die mineralischen Böden von Dauergrasland das Potenzial, zusätzlich CO2 zu speichern: Jede zusätzliche Tonne Humus entzieht der Atmosphäre 1,8 Tonnen CO2.
Fatal wirkt sich aus, dass der auf die Industrie zugeschnittene ökologische Fußabdruck auf die Landwirtschaft übertragen wird: Zum Beispiel wird bei den Berechnungen für die Bildung von 1 kg Fleisch bezüglich der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) nicht differenziert zwischen Dauergrasland und Ackerland (OWID o.J.). Dann schneiden
- Tierarten, die mehr energie- und nährstoffreiches Futter vom Ackerland erhalten als der Wiederkäuer Rind, vergleichsweise besser ab;
- Fütterungssysteme für den Wiederkäuer Rind umso besser ab, je mehr Futter er vom Ackerland erhält.
Zudem ist die Einbeziehung der mit der Koevolution verbundenen Potenziale der nachhaltigen Beweidung für die Bodenbildung erforderlich. Sonst fehlt das grundsätzliche Verständnis, um die mit dem Flächen- und dem Wasserrucksack (Mekonnen and Hoekstra 2012) verbundenen falschen Schlussfolgerungen zu entkräften.
Die Kuh zum Schwein zu machen, war die eigentliche Sauerei!
Mythos „mangelnde Flächeneffizienz“ – irreführende Vergleiche zu Lasten der Wiederkäuer
Der sog. Flächenrucksack verzerrt nicht nur die Realitäten zwischen Wiederkäuern und Allesfressern, sondern z.B. auch zwischen Wiederkäuern innerhalb und außerhalb der EU.
Ein Ranking weist den Flächenbedarf – und damit die sog. Flächeneffizienz – für Rind- und Schaffleisch innerhalb der EU um mehr als 40 Prozent geringer und damit als vermeintlich besser aus als außerhalb der EU. Der Grund: Innerhalb der EU stammt das Futter überwiegend vom Acker, außerhalb mehr vom Dauergrasland.
Dieser kontraproduktive Ansatz für „Flächeneffizienz“ führt auch in den USA zu irreführenden Schlussfolgerungen: „Die Produktion von Rindfleisch erfordert 28-mal so viel Land (…) wie der Durchschnitt der anderen Nutztierkategorien.“ (Eshela et al. 2014)
Ebenfalls in dieser Logik wurden lange Zeit Länder wegen ihres hohen natürlichen Weideanteils kritisiert: darunter Argentinien und auch die Mongolei, weil das Nationaltier, der Yak, soviel Fläche verbrauchen würde.
Wie umfassend negativ sich diese Herangehensweise – das unangemessene Forschungsdesign – auswirkt, zeigt sich auch bei der Bewertung der berechneten Energieäquivalente im Rahmen der Umwandlung der Futterenergie: Der im Vergleich zu Schweine- und Hühnerfleisch geringe Umwandlungswirkungsgrad bei Rindfleisch wird als schlecht geframt, wenn die Nahrungskonkurrenz nicht berücksichtigt wird (Xue et al. 2019).
Dauergrasland kommt weltweit große Bedeutung als Ressource zur Regeneration von Grundwasser zu.
Mythos „großer Wasserrucksack“ – warum der ökologische Wasserabdruck hinkt
Wie der ökologische Flächenrucksack wirkt sich auch der ökologische Wasserrucksack irreführend aus, wenn sein auf die Industrie zugeschnittener Ansatz auf die Landwirtschaft übertragen wird – und nicht zwischen Acker- und Grasland unterschieden wird:
Warum wird mit 15.000 Liter Wasser pro Kilogramm Rindfleisch kalkuliert?
Das ist die Menge an Wasser (Regen oder Bewässerung), die auf eine Fläche fällt, die erforderlich ist, um 1 kg Fleisch zu bilden (VetAgro o.J.).
Da bezüglich der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) bei den Berechnungen nicht differenziert wird zwischen Dauergrasland und Ackerland (Mekonnen and Hoekstra 2012), schneiden
- Tierarten, die mehr energie- und nährstoffreiches Futter vom Ackerland erhalten als der Wiederkäuer Rind, vergleichsweise besser ab.
- Fütterungssysteme für den Wiederkäuer Rind umso besser ab, je mehr Futter er vom Ackerland erhält.
Dementgegen ist es wissenschaftlich erforderlich, für ein Fütterungssystem, das durch Kraftfutter die Graslandnutzung zurückdrängt, den Umfang der dafür notwendigen Ackerflächen (LN) zu vergleichen (Nahrungskonkurrenz).
Zudem ist die Einbeziehung der mit der Koevolution verbundenen Potenziale der nachhaltigen Beweidung für die Bodenbildung erforderlich.(Vgl. Artikel: Potenziale der Beweidung) Sonst fehlt das grundsätzliche Verständnis, um die mit dem Flächen- und dem Wasserrucksack verbundenen falschen Schlussfolgerungen zu entkräften (Mekonnen and Hoekstra 2012).
Entgegen der auf Dauergrasland als „verbraucht“ geltenden Wassermenge kommt Dauergrasland weltweit große Bedeutung als Ressource zur Regeneration von Grundwasser zu. Das ermöglicht sein hoher Anteil an der globalen Landfläche. Zudem transpirieren Gräser viel weniger als Bäume. Je nach Art benötigen Bäume an heißen Tagen mehrere hundert Liter Wasser (Paligi et al. 2025).
Mythos „Klimakiller“ Rind
Das Studiendesign beeinflusst Ergebnisse. Wie sehr, zeigen auch Studien, die zu der Schlussfolgerung führen: Rinder sind „Klima-Killer“. Das ergibt sich zwangsläufig (vgl. Artikel: Biogenes versus fossiles Methan), wenn
- Messungen von Emissionen auf das Klimagas Methan (CH4) beschränkt werden
- bei der Bewertung nicht zwischen biogenem und fossilem Methan unterschieden wird
- bezüglich des biogenen Methans der Wiederkäuer Rind mit den Allesfressern Schwein und Huhn (und manchmal auch mit Fischen und Menschen) verglichen wird (Poore and Nemecek 2018).
Nicht differenzierende und in der Folge einseitig negative Schlussfolgerungen sind auch charakteristisch für viele von der Welternährungsorganisation (FAO) veröffentlichte Studien. Ein häufig zitiertes Resümee lautet: „Rinder (gehalten für Fleisch und Milch ebenso wie für nicht essbare Leistungen wie Dung und Arbeitskraft) sind die Tierart, die für die meisten Emissionen verantwortlich ist. Sie stehen für 65 Prozent der Emissionen des Sektors Viehhaltung“ (Gerber et al. 2015, Gerber et al. 2013).
Aber dass Hühner und Schweine im Vergleich zu Rindern nur geringe Mengen an biogenem Methan emittieren, ist bereits bekannt, bevor die Studien beginnen. Zwangsläufig weist eine korrekte Berechnung dieser offenkundigen Tatsachen das Rind als Hauptemittenten von Methan aus. Aber die Schlussfolgerung, Rinder seien „Klima-Killer“, ist wissenschaftlich fragwürdig (Leroy et al. 2026, Michel-Berger 2026, Idel und Reichert 2013).
Das biogene Methan aus der Rinderfütterung durchläuft einen Zyklus, der nach circa 12 Jahren wieder ausgeglichen ist.
Denn erstens erfordert eine Klima-Bilanz, auch die Emissionen der fossilen Treibhausgase zu erfassen – neben Methan vor allem CO2, aber auch die Emissionen des Treibhausgases Lachgas (N2O). N2O entweicht bei der Anwendung von chemisch synthetischem Stickstoffdünger auf dem Acker. In reinen Grasland-Systemen mit Rinderhaltung ohne Ackerbau entsteht kein N2O durch Mineraldünger (Idel und Fuchs 2025; Idel und Reichert 2013). Das gilt auch für die Bio-Rinderhaltung, da die EU-Öko-Verordnung den Einsatz von chemisch synthetischem Stickstoffdünger verbietet.
Und zweitens vollzieht das biogene Methan aus der Rinderfütterung einen Zyklus, der nach circa 12 Jahren wieder ausgeglichen ist (Leroy et al. 2026, vgl. Artikel: Fossiles versus biogenes Methan).
Seit Jahrzehnten wird versucht, durch chemische Futtermittelzusatzstoffe, das Rülpsen der Wiederkäuer zu verringern.
Mythos „notwendige Methan-Senker“
Rinder auf naturnahen Weiden emittieren weniger Methan als mit Kraftfutter und Silage gefütterte Rinder. Seit Jahrzehnten wird versucht, durch Futtermittelzusatzstoffe, das den Wiederkäuern immanente Rülpsen (Ruktus) und damit die Emissionen von biogenem Methan zu verringern. Deshalb soll die Zusammensetzung der Pansen-Mikroorganismen – zu Ungunsten der mikrobiellen Hauptmethanbildner (Archaäen) – dauerhaft geändert werden. Häufig basieren Erwartungen auf theoretischen Optionen und Laborergebnissen. Aber diese lassen sich meistens nicht auf die Praxis übertragen.
Dieser Ansatz erfordert die permanente Zufuhr von Zusatzstoffen. Damit sind aber häufig negative Wirkungen auf die Tiergesundheit verbunden (Malyugina et al. 2025; Flachowsky und Brade 2007).
2021 gab die European Food Safety Authority (EFSA 2021) grünes Licht für die Zulassung des Futtermittelzusatzstoffes Bovaer. Ab 2025 verpflichtete Dänemark circa 1.400 Betriebe (mit jeweils über 50 Milchkühen) zum Routineeinsatz von fettreichem Futter (mindestens 48 g Fettsäuren pro kg Trockenmasse) oder dem Futterzusatzstoff Bovaer (mindestens 60 mg pro kg Trockenmasse an mindestens 80 Tagen pro Jahr (VoltaGreentech 2024). Im Februar 2025 startete an der Universität Aarhus ein Forschungsprojekt zu möglichen Auswirkungen von Bovaer auf das Wohlbefinden (Department of Animal and Veterinary Sciences 2025).
Die meisten Betriebe begannen im Herbst 2025 mit dem Einsatz von Bovaer. Anschließend mehrten sich Berichte von Landwirt:innen und Tierärzt:innen über teilweise erhebliche Probleme – Fieber, Durchfall bis zum Kollabieren (FarmerGuardian 2025; FarmersForum 2026). Bis November 2025 hatten auf eine Umfrage 419 Betriebe einen Rückgang der Futteraufnahme und davon 376 Betriebe zusätzlich einen Rückgang der Milchleistung gemeldet. Verdauungs- und metabolische Störungen waren u.a. verbunden mit reduzierter Wiederkauaktivität, Vergiftungssymptomen, Durchfall, atypischem Milchfieber, Fieber and weiteren Verdauungserkrankungen. Weitere Antworten gaben Probleme mit der Eutergesundheit und erhöhte somatische Zellen an (SEGES 2025). Ebenfalls im November lockerten die dänischen Veterinärbehörden die Vorgaben zum Einsatz von Bovaer (mediaconnect 2026).
Noch weiter als die Zugabe von Futtermittelzusatzstoffen wie Bovaer geht der Ansatz, züchterisch auf weniger Methan emittierende Kühe zu selektieren. Bereits 2023 führte der kanadische Holsteinzuchtverband eine spezifische Zuchtwertschätzung für Methan ein, der seit 2025 zum Beispiel auch in der Schweiz angewendet wird (Schweizer Bauer 2025). Ein weiterer Ansatz ist Forschung zur gentechnischen Manipulation der Pansenmikroorganismen mit dem Ziel, dass diese weniger Methan produzieren (Zhao 2025).
Fazit
Die Kuh wurde zum „Klima-Killer“ erklärt, weil sie überwiegend anhand von Studien bewertet wird, die nur einen Ausschnitt der Realität abbilden. Dabei werden ausschließlich Methanemissionen betrachtet, biogenes und fossiles Methan gleichgesetzt und Wiederkäuer undifferenziert mit Schweinen und Hühnern verglichen.
Solche Studien können jedoch nicht die entscheidende Frage nach der Gesamtwirkung unterschiedlicher Agrarsysteme beantworten und das negative Abschneiden der Rinder ist zwangsläufig und führt zu falschen Schlussfolgerungen.
Denn nicht das Rind ist das Problem, sondern Produktionssysteme, die mit Hochleistungszucht, Intensivtierhaltung und dem weiter expandierenden globalen Handel die Klimakrise forcieren. Auch deshalb muss der – immer noch weiter ansteigende – Konsum tierischer Produkte reduziert werden. Das betrifft Produkte von Tieren, an die Lebensmittel verfüttert werden. Auch Rinder werden durch das Füttern von Ackerfrüchten zu Nahrungskonkurrenten des Menschen gemacht – und dadurch der Einsatz fossiler Energie erhöht.
Nachhaltige Weidesysteme nutzen hingegen die besonderen Fähigkeiten der Wiederkäuer, Gras zu verwerten. Darüber hinaus gilt es, die Potenziale nachhaltiger Beweidung für die Basisressourcen der (Welt-)Ernährung – Bodenbildung, Grundwasserregeneration und biologische Vielfalt – sowie den Klimaschutz zu nutzen. Darüber hinaus ist die Rolle der Rinder für die menschliche Gesundheit Farmeffekt noch zu wenig im Fokus (Dragunas et al. 2026), Beerweiler et al. 2024, Rossi et al. 2024).
Hinsichtlich der Klimakrise ist vor allem erforderlich, CO2 vorrangig in das Zentrum der Maßnahmen zur Klimagasreduktion zu setzen (Guggenberger et al. 2022). Wissenschaftlich fundierter Klimaschutz erfordert immer den Vergleich ganzer Agrarsysteme hinsichtlich klimarelevanter Emissionen. Dabei muss nicht nur zwischen fossilem und biogenem Methan differenziert werden, sondern kalkulatorisch der ausgeglichene Zyklus der Rinder hinsichtlich des biogenen Methans berücksichtigt werden (Leroy et al. 2026, Michel-Berger 2026). Ebenso führen der ökologische Flächen- und Wasserrucksack zu falschen Bewertungen, weil sie die multifunktionalen Leistungen von Dauergrasland und die Unterschiede zwischen Weide- und Ackerfutter nicht berücksichtigen.
Erst eine systemische Betrachtung ermöglicht eine faire Bewertung der unterschiedlichen Agrarsysteme.
Autorin
Anita Idel
Dr. med vet. Anita Idel ist freie Wissenschaftlerin, Lehrbeauftragte und Wirtschaftsmediatorin. Sie war Mitbegründerin u.a. der Arbeitsgemeinschaft Kritische Tiermedizin (AGKT) 1982 und des Gen-ethischen Netzwerks (GeN) 1986, war Lead-Autorin des UN-Weltagrarberichtes (IAASTD) 2005 bis 2009 und engagiert sich u.a. in der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW). A.I. arbeitet aus evolutionsbiologischer und kulturhistorischer Perspektive zur Koevolution von Grasland und Weidetieren – dem Potenzial nachhaltiger Beweidung für Bodenfruchtbarkeit, biologische Vielfalt, Klimaentlastung und (Welt-)Ernährung.
Kontakt
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Hier finden Sie die verwendeten Quellen
Quellenangaben
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