Was versteht man unter Ackerbeweidung?
Begriffsklärung
Untenstehende Erklärung dient lediglich der Klärung der Begriffe, ohne eine Bewertung des jeweiligen Beweidungssystems vorzunehmen.
Ackerbeweidung unterscheidet sich von Dauergrünland dadurch, dass die Fläche ackerbaulich genutzt bleibt und die Beweidung nicht dauerhaft, sondern gezielt und steuerbar erfolgt.
Ackerbeweidung bezeichnet die gezielte und zeitlich begrenzte Nutzung von Ackerflächen durch Weidetiere, bei der Pflanzenbestände oder Ernterückstände als Futter dienen.
Ziel der Ackerbeweidung ist es, Futter zu nutzen, Nährstoffe im System zu halten, Bodenfruchtbarkeit zu fördern und pflanzenbauliche Maßnahmen wie Mulchen oder mechanische Bearbeitung zu reduzieren. Weidetiere bringen Dünger und das Mikrobiom der Tiere auf Ackerböden zurück. Dies war Jahrtausende Bestandteil des Humusaufbaus und des Lebenszusammenhangs in der Natur und der Kultur der Bodenbewirtschaftung in der Landwirtschaft.
Welche Formen der Ackerbeweidung gibt es?
Zwischenfruchtbeweidung meint die Beweidung von gezielt angebauten Zwischenfrüchten (z. B. Klee-Gras), meist im Herbst oder Frühjahr.
Stoppelbeweidung meint die Beweidung von Ernterückständen nach der Hauptfrucht (z. B. Getreidestoppel, Maisstoppel).
Vorfrucht- oder Anbaubeweidung meint die kurzzeitige Beweidung vor der Aussaat der Hauptkultur, um den Aufwuchs zu regulieren und eine mechanische Bodenbearbeitung zu reduzieren oder zu ersetzten.
Beweidung von Ackerfutterpflanzen wie Kleegras, Luzerne oder Ackergras. Das ist eine klassische Verbindung von Futterbau und Ackerbau im Fruchtfolgesystem.
Ackerbeweidung in Misch- und Agroforstsystemen meint die Beweidung von Ackerflächen mit Gehölzstrukturen oder Dauerkulturen.