Was kostet die Beweidung von Naturschutzflächen?

Beweidung oder Mahd: Was ist wirtschaftlicher?
von Lioba Degenfelder

Ist die Beweidung von Naturschutzflächen die kostengünstigere Alternative zur maschinellen Pflege? Auf den ersten Blick scheint die Beweidung von Naturschutzflächen eine wirtschaftlich attraktive Lösung zu sein – doch bei genauerer Betrachtung relativiert sich dieses Bild. Unter welchen Bedingungen rechnet sich welche Form der Pflege – und wo stößt die Praxis an ihre Grenzen?

Ist eine Beweidung von Naturschutzflächen günstiger, als sie maschinell zu pflegen? 

Um Naturschutzflächen maschinell zu pflegen sind Planungs- und Pflegeaufwände erforderlich. “Die Kosten für die Pflegemahd werden auf etwa 500 bis 1.000 Euro pro Hektar und Jahr geschätzt. Für Maßnahmen zur Entbuschung ist mit Kosten von rund 8.000 bis 10.000 Euro etwa alle zehn Jahre zu rechnen.” so Hans Huss, Projektmanager von H&S, Freising.  

Die Beweidung bedeutet jeden Tag Kontrolle und Fürsorge – die Agrar-Förderprogramme bilden diesen Mehraufwand in keiner Weise ab.

Edgar Reisinger, Beweidungsexperte für Naturschutzflächen

Hohe Investitionskosten für Infrastruktur

Trotzdem schlagen vor allem die hohen Investitionskosten für Weidezäune, Futterraufen usw.  so stark zu Buche, dass die Kostenrechnung oftmals  gegen die Beweidung ausfällt.  

Hans Huss stellt in einer Beispielsrechnung fest, dass vor allem bei kleinen Schlaggrößen die Investitionskosten so hoch sind, dass eine Kostendeckung bei weitem nicht möglich ist. Aber auch bei Schlaggrößen über 100 Hektar müsste die Beweidungsprämie zusätzlich mind. 520 €/ha betragen, um selbst bei Pachtfreiheit in den kostendeckenden Betrieb zu kommen.  

Waldweise mit Schottischen Hochlandrindern

Tierkontrollen und permanente Fürsorge bedeuten einen hohen Aufwand in der Naturschutzbeweidung.

Auch Edgar Reisinger, Biologe und Beweidungsexperte sagt: “Mahd ist aufwandsärmer und kostengünstiger als die extensive Beweidung. Dies gilt zumindest auf flachen, unproblematischen Flächen. Auf schwer zugänglichen Extremstandorten sieht das anders aus. Die Mahd bedeutet 14 Tage Arbeitsaufwand, die Beweidung bedeutet jeden Tag Kontrolle und Fürsorge – die Agrar-Förderprogramme bilden diesen Mehraufwand in keiner Weise ab.” 

Autorin

Lioba Degenfelder
Projektmanagerin Tierwohl, Nachhaltige Beweidung

Kontakt
Tel. +49 89 179595-17
ldegenfelder@schweisfurth-stiftung.de

Hier finden Sie die verwendeten Quellen

Quellen
  • Interview Freising, am 12.01.26: Hans-H. Huss, Freising, Web: www.h-und-s.de 
  • Telefoninterview Januar 2026: Edgar Reisinger 

 

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