Was macht Dauergrünland und Beweidung so besonders und wichtig?

von Vorname Nachname

Das Fleisch von Tieren in der Landwirtschaft ist grundsätzlich zu unterscheiden in das von Tieren, die Futtermittel fressen, die auch als Nahrung für den Menschen geeignet sind und das von jenen Tieren, die Futter fressen, welches Menschen nicht essen können. Das eine sind die Monogastrier, zum Beispiel Schweine oder Hühner, die überwiegend Getreideprodukte vom Ackerland fressen und das andere sind  Wiederkäuer, wie zum Beispiel Kühe, die natürlicherweise überwiegend Gras fressen.

Je nachdem, ob Nutztiere also in direkter Nahrungskonkurrenz zum Menschen stehen, muss man die Nahrungsmittel von diesen Tieren unterschiedlich bewerten.

Welche Tiere essen wir Grafik
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Welche Tiere essen wir in Deutschland?

Schweine- und Hühnerfleisch haben einen Anteil von ca. 80% am Fleischverzehr und Rinder von ca. 17%. Wir verzehren deutlich mehr Fleisch von Tieren, die in einer direkten Nahrungsmittelkonkurrenz zum Menschen stehen.

Landwirtschaftliche Nutzung der Flächen in Deutschland Grafik
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Auf den Agrarflächen in Deutschland nimmt der Futtermittelanbau eine zentrale Stellung ein: Auf über 50% der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland werden Futtermittel angebaut. Davon entfallen 28,5% auf Dauergrünland und 21,5% auf Ackerflächen auf denen Futtermittel angebaut werden.  

Zunehmende Flächenkonkurrenz vor allem bei Ackerflächen

In Zukunft wird die Flächenkonkurrenz weiter zunehmen. Ackerflächen werden aktuell gebraucht für den Anbau von menschlicher Nahrung, von Futtermitteln, für die Energiegewinnung (z.B. Mais für Biogasanlagen, Photovoltaik), stärkehaltige Produkte wie Kartoffeln für Kunststoffe oder Miscanthus, der neben der energetischen auch für die stoffliche Nutzung geeignet ist.

Die Flächenkonkurrenz wird sich vor allem auf die Ackerstandorte beziehen. Denn in Deutschland wurde in den Jahrzehnten vor 2013, also vor dem gesetzlichen Umbruchsverbot durch die GAP-Reform, viel Grünland zu Acker umgebrochen, so dass heute nur noch 30% der landwirtschaftlichen Flächen Grünland sind. Dies sind überwiegend sogenannte Grenzstandorte, die sich nicht für den Ackerbau eignen. Sowohl das gesetzliche Umbruchsverbot als auch die geringe Eignung und Rentabilität der verbliebenen Grünlandstandorte als Acker macht eine Ausweitung der Ackerflächen für die Ernährungssicherung kaum möglich.

Im Anbetracht der oben genannten Zahlen wird es zukunftsweisend sein, auf diesen Ackerflächen weniger Futtermittel anzubauen. Dies bedeutet in der Folge einen Rückgang der Schweine- und Hühnerbestände.

Für möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe braucht es Dauergrünland oder den Anbau von Leguminosen. Diese bieten sich als Futterflächen für Rinder an, die daraus zusätzlich Milch und Fleisch für die menschliche Ernährung erzeugen.
 

 

 

 

 

 

Doch darüber hinaus verändert sich auch unser Blick. Eine von Rindern beweidete Wiese wird zu einer Erfahrung, dass diese Tiere diese Landschaft mitgestalten: Sie fressen bestimmte Pflanzen, schaffen durch ihr Verhalten unterschiedliche Vegetationsstrukturen und beeinflussen damit Lebensräume für zahlreiche andere Arten. Extensive Weidehaltung kann deshalb einen wichtigen Beitrag zum Erhalt artenreicher Kulturlandschaften leisten (Finck/Riecken 2019). Zugleich wird die Landschaft von einer schönen, aber stummen und statischen Kulisse zu einem lebendigen und sich dynamisch verändernden Raum. Die Anwesenheit der Tiere verändert damit nicht nur die Landschaft selbst, sondern auch die Art, wie wir sie wahrnehmen.

Doch darüber hinaus verändert sich auch unser Blick. Eine von Rindern beweidete Wiese wird zu einer Erfahrung, dass diese Tiere diese Landschaft mitgestalten: Sie fressen bestimmte Pflanzen, schaffen durch ihr Verhalten unterschiedliche Vegetationsstrukturen und beeinflussen damit Lebensräume für zahlreiche andere Arten. Extensive Weidehaltung kann deshalb einen wichtigen Beitrag zum Erhalt artenreicher Kulturlandschaften leisten (Finck/Riecken 2019). Zugleich wird die Landschaft von einer schönen, aber stummen und statischen Kulisse zu einem lebendigen und sich dynamisch verändernden Raum. Die Anwesenheit der Tiere verändert damit nicht nur die Landschaft selbst, sondern auch die Art, wie wir sie wahrnehmen.

„Hier werden Rinder überwiegend aus dem Grundfutter also aus Wiese und Weide ernährt“

Eine überwiegende Fütterung mit Gras ist von zentraler Bedeutung

Bei der Haltung von Rindern sind zwei Faktoren besonders zu beachten. Einerseits geht es um die Intensität der Fütterung 
und zum anderen um die Art der Haltung.

In der Rinderhaltung ist zu unterscheiden zwischen Produktionsverfahren, die auf die Maximierung der Leistung fokussieren und dazu Futtermittel mit hohen Energie- und Eiweißgehalten einsetzen. Das sind in der Regel Futtermittel von Ackerflächen wie Getreideschrot, die im Stall gefüttert werden. Sowie Produktionsverfahren, die extensiver sind, 
stärker auf eine Leistung aus dem Grundfutter setzen und damit wesentlich auf Grünland, Wiesen und Weiden basieren. Der Unterschied der Fütterung verschiedener Produktionsverfahrens lässt sich anhand der sogenannten Proteinkonvertierungseffizienz darstellen. Diese gibt an, wie viel für den Menschen verwertbares Protein aus Futtermitteln generiert wird, die nicht für die menschliche Ernährung 
geeignet sind. Gleichzeitig lassen sich aus diesem Faktor auch Umweltleistungen ableiten.

Bei Milchkühen haben in Deutschland 31% aller Tiere Weidezugang, in Bayern sind es sogar nur 18%.

Tergast et al. 2025, S. 12

Die Weide bietet Rindern genügend Raum, um sich gemäß der Sozialordnung ihrer Herde, in gebührendem Abstand zueinander, gemeinsam zu bewegen und zum Wiederkäuen abzulegen oder für die Kuh-Kalb Beziehung. 

Die Weidehaltung macht den Unterschied- auch für das Tier

Bei Rindern ist weiterhin zu unterscheiden, zwischen Haltungsformen, bei denen die Rinder ausgiebig auf die Weide kommen und solchen Haltungssystemen mit ganzjähriger Stallhaltung oder mit geringem Auslauf der Tiere in denen die Fütterung überwiegend im Stall erfolgt und der Auslauf nicht zur Futteraufnahme der Tiere dient.

Die Weidehaltung ist aber auch von großer Bedeutung für das Tier selbst. Die Weide ist der natürliche Lebensraum der Rinder. Auf ihr können sie ihre arteigenen Bedürfnisse ausleben. Sie können sich frei bewegen, fressen und liegen, so wie es ihrer Natur entspricht.

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Ökorinder dürfen öfter auf die Weide und fressen mehr Gras.

Weide ist verpflichtender Bestandteil der Öko-Rinderhaltung (EU-Öko- Verordnung, Stand 2026), die in der höchsten Stufe des Tierwohl Labels eingeordnet ist. (StMELF 2025)

Die darunter liegende Stufe 4 des Tierwohl-Labels hat eine Auslauf-, aber keine Weideverpflichtung. (Initiative Tierwohl GmbH o. J.)  Im Ökolandbau ist der Anteil des Dauergrünlands mit 52% im Vergleich zum Bundesdurchschnitt mit 29% deutlich höher. Insofern hat die Nutzung des Öko-Grünlands und die damit verbundene Rinderhaltung hier eine besonders wichtige Rolle.

Die Produktion von einem Liter Öko-Milch ist mit ca. 25-30 g Rindfleisch verbunden. (Mück, 2021) Daher ist es wichtig, dass der Verzehr von Rindfleisc

Fleisch- und Milchkonsum müssen 
zusammenpassen

Damit Kühe Milch geben, bekommen sie jährlich ein Kalb. Die männlichen Kälber und auch die meisten weiblichen Kälber gehen in die Mast, da nur wenige weibliche Tiere für die Nachzucht gebraucht werden. Somit führt die Milchproduktion gleichzeitig zur Fleischproduktion. Milch ohne Fleisch ist nicht möglich.

Die Nachfrage nach ökologischen Milchprodukten ist deutlich höher als nach Bio-Rindfleisch. Dies bedeutet, dass viele Bio-Kälber in die konventionelle Mast verkauft werden.

Fazit: Fleischkonsum und dessen Umweltwirkungen bedarf einer differenzierten Betrachtung. Unter Aspekten der Flächenkonkurrenz um Nahrung, steigendem Druck auf Ackerflächen sowie den Umweltleistungen von nachhaltig bewirtschafteten Weiden und Wiesen, ist Rindfleisch aus Weidehaltung mit einer geringen
Kraftfutterzugabe von maximal 180g pro Tier und Tag (siehe Artikel 6.9) dem Schweine-oder Geflügelfleisch zu bevorzugen.
Rindfleisch ist nicht gleich Rindfleisch – die Haltung macht’s

Headline??

Die Weidehaltung zeigt die größten Synergieeffekte zwischen Lebensmittelproduktion und Umweltleistungen im Vergleich zu einer Haltung und Fütterung, die auf maximale Leistung setzt. Das sind Effekte wie zum Beispiel eine ausgewogenere Stoffstrombilanz hinsichtlich Stickstoffes oder Phosphor, die sich wiederum positiv auf die Biodiversität auswirken.  (siehe Artikel Tauber).

Die Bedeutung des Grünlands und der Beweidung sind  allerdings kein Freifahrtschein für „esst so viel Rindfleisch wie möglich“. Es kommt auf die Haltungsform und Fütterungsintensität an, auf das Verhältnis von Milch- zu Rindfleischprodukten, auf die Menge des verfügbaren Grundfutterangebots (Gras) und auf einen Konsum, der die Einhaltung der planetaren Grenzen ermöglicht. (siehe Artikel 6.2).

Quellen Angaben

Alle Quellen in der Übersicht
  • O’Mara, F.P., 2012. The role of grasslands in food security and climate change. Annals of Botany 110 (6), https://doi.org/10.1093/aob/mcs209 
  • O’Mara, F.P., 2012. The role of grasslands in food security and climate change. Annals of Botany 110 (6), https://doi.org/10.1093/aob/mcs209 
  • Van den Pol-van Dasselaar, A., Hennessy, D., Isselstein, J., 2026. Grasslands in Europe: current status, emerging challenges, and pathways to sustainable futures, 26. ISBN: 9781835456187 

 

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Das hängt maßgeblich davon ab, wie die Kühe gefüttert werden. Diese sind als Wiederkäuer dazu in der Lage, Gras in hochwertige Nahrungsmittel umzuwandeln.

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Was macht Dauergrünland und Beweidung so besonders und wichtig?

Das Fleisch von Tieren in der Landwirtschaft ist grundsätzlich zu unterscheiden in das von Tieren, die Futtermittel fressen, die auch als Nahrung für den Menschen geeignet sind und das von jenen Tieren, die Futter fressen,

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