Was versteht man unter einer Waldweide?
Begriffsklärung
Untenstehende Erklärung dient lediglich der Klärung der Begriffe, ohne eine Bewertung des jeweiligen Beweidungssystems vorzunehmen.
Waldweide bezeichnet die Beweidung von Waldflächen oder halboffenen Wald-Landschaften durch Nutztiere (z.B. Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine). Über Jahrhunderte hat die Waldbeweidung mit Hirten eine zentrale Rolle in der gemeinschaftlich vollzogenen agrarischen Versorgung und Landschaftsgestaltung gespielt.
Menschen nutzten dabei neben allen Weide- und Ackerflächen in der Umgebung der Dörfer auch die Wälder zur Futterversorgung von Nutztieren. Dies regulär von Anfang Mai bis Juli und wenn das Futter bzw. verfügbare Weiden knapp waren, Das Vieh – typischerweise Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen – wurde von Hirten in die Wälder getrieben und dort gehütet. Die strikte Trennung von Wald und Weide ist ein relativ junges Phänomen des 19. Jahrhunderts.
Hutewälder sind eine traditionelle Form der Waldweide, die besonders in Europa eine lange Geschichte hat und mit unserer Hirtenkultur verknüpft ist.
Was versteht man unter Hutewäldern?
Eng verbunden mit der Waldweide ist der Begriff der Hutewälder.
„Hute“ kommt vom mittelhochdeutschen Wort „huot“ oder „huten“, was „beaufsichtigen“, „schützen“ oder „weiden lassen“ bedeutet. Hutewald heißt also wörtlich: „Wald, der für die Beweidung genutzt wird“.
Hutewälder sind eine traditionelle Form der Waldweide, die besonders in Europa eine lange Geschichte hat und mit unserer Hirtenkultur verknüpft ist. Der Begriff und das System sind eng mit der historischen Landnutzung verbunden. Dabei handelt es sich um lichte Wälder, in denen Nutztiere (meist Rinder, Schafe oder Schweine) unter Bäumen weideten. Dabei standen die Bäume so weit auseinander, das Licht auf den Boden fällt und sich Gras, Kräuter und Unterwuchs entwickeln und als Weidefutter genutzt werden konnten. Waldfrüchte wie Eicheln und Bucheckern der Bäume wurden dabei als Futter für die Schweine genutzt.